Die Kühlgefrierkombination läuft 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr — kein anderes Haushaltsgerät verbraucht über seine gesamte Nutzungsdauer so viel Strom. Die Wahl der richtigen Energieeffizienzklasse entscheidet darüber, ob Sie über 15 Jahre hunderte Euro sparen oder unnötig viel für Strom ausgeben. Seit der Einführung des neuen EU-Energielabels im März 2021 hat sich die Bewertung grundlegend geändert — und mit ihr die Bedeutung der Klasse A.
Das neue EU-Energielabel seit 2021
Bis Anfang 2021 waren die Energieeffizienzklassen A+, A++ und A+++ die gängigen Bezeichnungen für sparsame Kühlgeräte. Das Problem: Fast alle Geräte im Handel trugen mindestens das Label A+, was die Unterschiede für Verbraucher kaum noch erkennbar machte. Die Europäische Union hat deshalb die Skala zurückgesetzt — von A bis G, ohne Plus-Klassen.
Die neue Skala ist bewusst strenger angelegt. Ein Gerät, das nach alter Einteilung als A+++ galt, erreicht nach der neuen Klassifizierung in der Regel nur noch Klasse C oder D. Die Klasse A ist derzeit kaum besetzt — sie soll Raum für künftige technologische Verbesserungen lassen. Das bedeutet: Wer heute ein Gerät der Klasse A findet, hat tatsächlich das effizienteste Modell auf dem Markt.
Das neue Label enthält außerdem einen QR-Code, über den Sie in der EU-Produktdatenbank EPREL detaillierte technische Daten abrufen können — darunter den exakten Jahresstromverbrauch in Kilowattstunden, das Geräuschverhalten und die Klimaklasse.
Was bedeutet Energieeffizienz A bei Kühlgefrierkombinationen?
Eine Kühlgefrierkombination der Klasse A verbraucht nach dem neuen EU-Label weniger als 41 Prozent des Referenzwerts, der für ein Gerät gleicher Größe und Bauart berechnet wird. In der Praxis bedeutet das einen Jahresverbrauch von etwa 90 bis 110 kWh — je nach Volumen und Ausstattung. Zum Vergleich: Ein Gerät der Klasse F verbraucht leicht das Drei- bis Vierfache.
Stand 2026 sind Geräte der Klasse A im Handel selten und kosten deutlich mehr als vergleichbare Modelle der Klassen C oder D. Die Frage, ob sich der Aufpreis lohnt, hängt vom Strompreis und der geplanten Nutzungsdauer ab — dazu mehr im Abschnitt zur Kostenberechnung.
Worauf beim Kauf achten?
Die Energieeffizienzklasse allein reicht für eine fundierte Kaufentscheidung nicht aus. Diese Faktoren sollten Sie ebenfalls berücksichtigen:
- Nutzvolumen: Wählen Sie das Gerät passend zum Haushalt. Ein zu großes Gerät verbraucht unnötig Strom, ein zu kleines führt zu Überfüllung und schlechterer Luftzirkulation. Als Richtwert gelten 100 bis 140 Liter Kühlteil und 50 bis 70 Liter Gefrierteil pro Person.
- No-Frost-Technologie: Geräte mit No-Frost verhindern Eisbildung im Gefrierfach durch automatische Abtauzyklen. Das spart langfristig Energie, da eine Eisschicht von nur 5 Millimetern den Stromverbrauch um bis zu 30 Prozent erhöhen kann.
- Klimaklasse: Die Klimaklasse gibt an, bei welchen Umgebungstemperaturen das Gerät optimal arbeitet. Für deutsche Haushalte ist die Klasse SN-T (10 bis 43 °C) am besten geeignet.
- Geräuschpegel: Steht das Gerät in einer offenen Wohnküche, ist der Schallpegel relevant. Leise Geräte liegen bei 32 bis 36 dB(A) — vergleichbar mit einem Flüstern.
- Bauform: Freistehend, Einbau oder Side-by-Side — die Bauform beeinflusst den Verbrauch indirekt, da größere Geräte mehr Kühlfläche haben.
Tipp: Altgerät ersetzen spart sofort
Kühlgeräte, die älter als 10 bis 12 Jahre sind, verbrauchen oft doppelt so viel Strom wie aktuelle Modelle. Ein Austausch lohnt sich in vielen Fällen schon nach wenigen Jahren — selbst wenn das alte Gerät noch funktioniert.
Energiekosten berechnen
Die jährlichen Stromkosten einer Kühlgefrierkombination lassen sich einfach berechnen:
Jahresverbrauch (kWh) × Strompreis (€/kWh) = jährliche Kosten
Ein Rechenbeispiel bei einem Strompreis von 0,35 €/kWh:
- Klasse A (ca. 100 kWh/Jahr): 100 × 0,35 = 35 € pro Jahr
- Klasse C (ca. 180 kWh/Jahr): 180 × 0,35 = 63 € pro Jahr
- Klasse F (ca. 350 kWh/Jahr): 350 × 0,35 = 122,50 € pro Jahr
Über eine Nutzungsdauer von 15 Jahren ergibt sich zwischen Klasse A und Klasse F ein Unterschied von über 1.300 Euro. Selbst der Sprung von C auf A spart rund 420 Euro über die Gerätelebensdauer. Ob sich der höhere Kaufpreis eines A-Gerätes rechnet, hängt also vom konkreten Preisunterschied ab — bei einer Differenz von unter 400 Euro ist die Investition in der Regel wirtschaftlich sinnvoll.
Weitere Informationen zu energieeffizienten Haushaltsgeräten finden Sie auf unserer Produktübersicht. Grundlegende Begriffe wie Primärenergie und Endenergie erklärt unser Glossar. Wie Energieeffizienz im größeren Zusammenhang des Gebäudesektors wirkt, beschreibt unser Artikel zur Energieeffizienz bei Gebäuden.
Häufige Fragen
Gibt es überhaupt Kühlgefrierkombinationen mit Energieeffizienz A?
Ja, aber sie sind selten. Die Klasse A ist nach dem neuen EU-Label bewusst streng definiert. Einige Hersteller bieten inzwischen Modelle an, die diese Schwelle erreichen — sie liegen preislich allerdings deutlich über vergleichbaren C- oder D-Geräten.
Was ist besser: A+++ alt oder C neu?
In den meisten Fällen sind beide ähnlich effizient. Ein ehemaliges A+++-Gerät entspricht nach neuer Skala ungefähr der Klasse C oder D. Entscheidend ist der auf dem neuen Label angegebene Jahresverbrauch in kWh — nicht die Buchstabenklasse.
Wie viel Strom verbraucht eine Kühlgefrierkombination pro Jahr?
Je nach Effizienzklasse und Größe zwischen 90 kWh (Klasse A) und über 400 kWh (Klasse G). Der Durchschnitt im deutschen Handel liegt aktuell bei etwa 150 bis 200 kWh pro Jahr.